4
☛ 180
wäre ich frei geweſen; allein ſo kann ich nur eine theure Schweſter in ihr erblicken. Ihre unbefangene Heiterkeit zog mich geſtern ſo ſehr an, daß es leicht das Anſehen haben konnte, als würde ich von einer noch wärmeren Em⸗ pfindung beſeelt. Dieſe Vermuthung muß durch⸗ aus widerlegt werden; die Ruhe meines Lebens hängt davon ab. Freund! Du biſt noch frei; denn Dein Vertrauen würde ſonſt dem meinigen vorangegangen, oder ihm wenigſtens nachgefolgt ſeyn. Möge denn Noali die glück⸗ liche Gattin Theobalds werden, geſtatte mir mit der Mutter davon zu reden; laß mich ſie erſuchen, Dich Sohn zu nennen. Gewiß wer⸗ den wir ſo ihren Wünſchen zuvorkommen, oder wenigſtens alle die erfüllen, welche die zärtlich⸗ ſte Mutter hegen kann.“
Theobald ſchwieg. Er wagte nicht freu⸗ digen Herzens, ſich in die Arme des Freundes zu ſtürzen! wäre der Baron de Lineuil nur noch am Leben geweſen! Theobald würde ihm
ſein ganzes Herz geöffnet haben; vielleicht hätte


