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nicht beſiegen konnte, wollte er wenigſtens ſu⸗ chen, ſie zu zerſtreuen. Er eilte in den Park hinunter, und lenkte die Schritte an das Grab ſeiner Mutter; das Denkmal, von dem Gram eines Sohnes der heiligſten Sehnſucht geweiht, war durch die wunderliche Laune des Schickſals die Freiſtätte der Liebe und der getreue Ver⸗ traute der glühendſten Leidenſchaft geworden. Das Andenken an die Mutter und das Bild der Unbekannten ruhte auf dieſe Weiſe feſt mit einander vereint in Guſtavs Herzen, und er forderte dem ſeelenloſen Marmor Beide ab.
Aber Guſtav war nicht der einzige, deſſen aufgerührtes Gemüth keine Ruhe finden konnte. Theodor von den ſtreitendſten Empfindungen zerriſſen, kämpfte und litt, rief die Vernunft zu Hülfe, und fand nur Liebe. Nur zu deut⸗ lich hatte er Guſtavs keimende Reigung zu Noali bemerkt; er war darauf gefaßt, in der erſten vertraulichen Unterredung von ſeinen Lip⸗ pen zu erfahren, daß Noali's Anmuth endlich ſeine unſinnige Leidenſchaft beſiegt! indeſſen—
Lebewohl. II. Thl. 12


