Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

☛ 45

erwählte ich ihr einen Gatten, ihrer Reize und ſtiller Tugenden würdig. Ich glaube, daß Herr de Serval ſie glücklich gemacht haben würde; allein nach einer ſechsmonatlichen Ehe wurde er ſeinem ſchwangern Weibe durch einen plötz⸗

lichen Tod entriſſen. Von der Stunde an blieb Erneſtine bei mir, und Noali's Geburt verlieh

uns neue und reiche Genüſſe.“

„Zu der Zeit kamen mir Nachrichten aus Frankreich. Ich erfuhr, daß Cäcilie ſeit mehre⸗ ren Jahren verheirathet geweſen, und daß ſie einen Sohn hatte. Da entſtand ein Gedanke in meiner Seele, der mir immer theurer und zuletzt zu einem feſten Entſchluß wurde, um den ſich meine Vorſtellungen immer gedreht, und auf den Alles, was ich unternommen, ſich immer bezogen.“

Bei dieſen Worten ſchauderte Theobald zuſammen; tödtendes Eis durchdrang ſein Herz; der Baron fuhr fort:

„Noali mit dem Sohn derjenigen, die ich ſo innig geliebt, zu vereinen, wurde das Ziel

„.