Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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„ſtehe nicht darauf, mir eine Treue zu bewah⸗ „ven, die ihnen noch mehrere Thränen koſten „würde. Ich kenne Dich, meine Freundin, „Du würdeſt das Unglück erwählen, könnteſt „Du mich damit von ihm loskaufen; es ſei

„denn; mögen deine Thränen meine Schuld

„vertilgen und verſöhnen. Leben wir, Du für „die Tugend, ich für die Reue! Dein ſtilles „Wirken wird mir nicht unbekannt bleiben; Du „wirſt meinen Namen nie mehr ausſprechen hören;

„allein alle Jahre, den ſechsundzwanzigſten Ju⸗

„nmi, werde ich, in die ſtrengſte Einſamkeit zu⸗ „rückgezogen, die nur zu kurzen Augenblicke un⸗ „ſers Glücks wieder vor meine Seele führen. „Mein ganzes Leben ſoll Dir gewidmet ſeyn; „und Du, Cäeilie! weihe an dieſem Tage we⸗ „nigſtens eine Stunde dem Andenken Deines „unglücklichen Freundes!“

Theobald faltete tief erſchüttert das Blatt wieder zuſammen; indeſſen ſchien der Baron neue Kräfte geſammelt zu haben, und nahm mit leiſer Stimme das Wort wieder.