Elftes Capitel.
Guſtav blieb noch lange auf dem Felſen, ver⸗ ſenkt in verworrene, aber ſelige Träume. Ue⸗ ber das, was er eigentlich dachte, hätte er wohl kaum Rechenſchaft ablegen können; vielleicht war er ſich ſelbſt es nicht ganz bewußt.
Die Stille der Seele, dies halbe Daſeyn, das faſt immer auf einen innern heftigen Sturm folgt, hat gewiſſermaßen Aehnlichkeit mit der
dumpfen Ruhe, die das Opium hervorbringt;
die widerſprechendſten Begriffe ſcheinen ſich zu nahen; Alles iſt leicht, Alles milder geworden;
der Feindliche iſt nicht vergeſſen, denn wir le⸗
ben noch, allein wir gedenken ſeiner ohne Haß und Bitterkeit; wir lieben, aber wir empfinden Lebewohl. II. Thl. 1


