☛o 30
jenigen fragen, dem er etwas noch Höheres als das Leben ſchuldig zu ſeyn fühlte.
Einige Stunden der Ruhe, und die müt⸗ terliche Sorgfalt der Gräſin, hatten dem Jüng⸗
ling die Schmerzen bald vergeſſen gemacht, die
mit dem Bewußtſeyn einer beglückenden That, und mit den Liebkoſungen der verehrten Mut⸗ ter, welche ſie ihm eingeerntet, hiurichend be⸗ zahlt waren⸗ 4„i Madame de Nercs lächelte, als unter den Unterredungen mit ihrem Sohne dieſem der Ausdruck entſiel, daß es ihm Leid thue, daß die Mademoiſelle Adelmar nicht hübſcher ſei. „Wenn Sie wüßten,“ ſagte er,„wie oft ich in den unwillkürlichen Träumen meiner Phantaſie Hinderniſſe aufgethürmt, Gefahren aufgeſtellt, um ihnen einen verehrten liebens⸗ würdigen Gegenſtand entreißen zu können! Wie würde ich die geliebt haben, die mir das Leben
zu verdanken hat, wenn ſie nur ſchön geweſen.
wäre. In der That das Geſchick iſt den Träu⸗ men zu Hülfe gekommen; aber wie wäre es


