Druckschrift 
Rath Krespel / von E.T.W. Hoffmann
Entstehung
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Geiſt weckte; mächtig ſtrahlte er hervor und konnte nie mehr untergehen. Gewiß iſt es, daß, ſo an⸗ geregt, alle Melodien, die aus dem Innern her⸗ vorgehen, uns nur der Sängerin zu gehoͤren ſcheinen, die den erſten Funken in uns warf. Wir hören ſie und ſchreiben es nur auf, was ſie geſungen. Es iſt aber das Erbtheil von uns Schwachen, daß wir, an der Erdſcholle klebend, ſo gern das Ueber⸗ irdiſche hinabziehen wollen in die irdiſche ärmliche Beengtheit. So wird die Sängerin unſere Geliebte wohl gar unſere Frau! Der Zauber iſt ver⸗ nichtet und die innere Melodie, ſonſt herrliches verkündend, wird zur Klage über eine zerbrochene Suppenſchüſſel oder einen Tintenfleck in neuer Wäſche. Glücklich iſt der Komponiſt zu preiſen, der niemals mehr im irdiſchen Leben die wiederſchaut, die mit geheimnißvoller Kraft ſeine Muſik zu entzünden wußte. Mag der Jüngling ſich heftig bewegen in Liebesqual und Verzweiflung, wenn die holde Zauberin von ihm geſchieden, ihre Geſtalt wird ein himmelherrlicher Ton, und der lebt fort in ewiger Jugendfülle und Schönheit, und aus ihm werden die Melodien geboren, die nur ſie und wieder ſie ſind. Was iſt ſie denn nun aber anders als das höchſte Ideal, das aus dem Innern her⸗ aus ſich in der äußeren fremden Geſtalt ſpiegelte. Sonderbar aber ziemlich plauſibel, ſagte Eduard,

als die Freunde Arm in Arm aus dem Taroniſchen Laden hinausſchritten ins Freie.