42 diré. Er wollte aufſtehen, aber wie eine ſchwere Laſt lag es auf ihm, wie mit eiſernen Banden ge⸗ feſſelt, vermochte er ſich nicht zu regen und zu rüh⸗ ren. Nun ſiel Antonie ein in leiſen hingehauchten Tönen, die immer ſteigend und ſteigend zum ſchmet⸗ ternden Fortiſſimo wurden, dann geſtalteten ſich die wunderbaren Laute zu dem tief ergreifenden Liede, welches B... einſt ganz im frommen Styl der al⸗ ten Meiſter für Antonie componirt hatte. Krespel ſagte, unbegreiflich ſey der Zuſtand geweſen, in dem er ſich befunden, denn eine entſetzliche Augſt habe ſich gepaart mit nie gefühlter Wonne. Plötzlich umgab ihn eine blendende Klarheit, und in derſel⸗ ben erblickte er B... und Antonien, die ſich um⸗ ſchlungen hielten, und ſich voll ſeligen Entzückens anſchauten. Die Töne des Liedes und des beglei⸗ tenden Pianofortes dauerten fort, ohne daß Anto⸗ nie ſichtbar ſang, oder B... das Fortepiano be⸗ rührte. Der Rath fiel nun in eine Art dumpfer Ohnmacht, in der das Bild mit den Tönen ver⸗ ſank. Als er erwachte, war ihm noch jene fürch⸗ terliche Angſt aus dem Traume geblieben. Er ſprang in Antoniens Zimmer. Sie lag mit geſchloſſenen Augen, mit holdſelig lächelndem Blick, die Hände fromm gefaltet, auf dem Sopha, als ſchliefe ſie, und träume von Himmelswonne und Freudigkeit. Sie war aber todt.—
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