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aber ich könnte Ihnen auch ein flinkes Meſſerchen nachwerfen!— Ich muß wohl bei dieſen Worten etwas graulich ausgeſehen haben; denn mit einem Schrei des tiefſten Entſetzens ſprang er, ſich von mir losreißend, fort durch die Thüre, die Treppe hinab.— Wie der Rath nun, nachdem B.. fort⸗ gerannt war, Antonien, die bewußtlos auf der Erde lag, aufrichten wollte, öffnete ſie tiefſeufzend die Augen, die ſich aber wieder zum Tode zu ſchlie⸗ ßen ſchienen. Da bꝛach Krespel aus in lautes, troſtloſes Jammern. Der von der Haushälterin herbeigerufene Arzt erklärte Antonien's Zuſtand für einen heftigen, aber nicht im mindeſten gefährlichen Zufall, und in der That erholte ſich dieſe auch ſchnel⸗ ler, als der Rath es nur zu hoffen gewagt hatte. Sie ſchmiegte ſich nun mit der innigſten kindlich⸗ ſten Liebe an Krespel, ſie ging ein in ſeine Lieb⸗ lingsneigungen, in ſeine tollen Launen und Ein⸗ fälle. Sie half ihm alte Geigen aus einander le⸗ gen, und neue zuſammen leimen.„Ich will nicht mehr ſingen, aber für Dich leben,“ ſprach ſie oft ſanft lächelnd zum Vater, wenn jemand ſie zum Geſange aufaefordert und ſie es abgeſchlagen hatte. Solche Momente ſuchte der Rath indeſſen ihr ſo viel möglich zu erſparen, und daher kam es, daß er ungern mit ihr in Geſellſchaft ging, und alle Muſik ſorgfältig vermied. Er wußte es ja wohl, wie ſchmerzlich es Antonien ſeyn mußte, der Kunſt,


