Druckschrift 
Rath Krespel / von E.T.W. Hoffmann
Entstehung
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29 daß Krespel ein Böſewicht ſein müſſe, und deſto feuriger, eindringlicher wurde die Rede, die ſich, wie von ſelbſt zu einem wahren rhetoriſchen Meiſter⸗ ſtück formte. So gerüſtet und ganz erhitt lief ich zu dem Rath. Ich fand ihn, wie er mit ſehr ruhiger lächelnder Miene Spielſachen drechſelte. Wie kann nur, fuhr ich auf ihn los,wie kann nur auf einen Augenblick Frieden in Ihre Seele kommen, da der Gedanke an die gräßliche That Sie mit Schlangenbiſſen peinigen muß? Der Rath ſah mich verwundert an, den Meißel bei Seite legend.Wie ſo? mein Beſter, fragte er; ſetzen Sie Sich doch gefälligſt auf jenen Stuhl! Aber eifrig fuhr ich fort, indem ich, mich ſelbſt im⸗ mer mehr erhitzend, ihn geradezu anklagte, Anto⸗ nien ermordet zu haben, und ihm mit der Rache der ewigen Macht drohte. Ja, als nicht längſt eingeweihte Juſtizperſon, erfüllt von meinem Beruf, ging ich ſo weit, ihn zu verſichern, daß ich alles anwenden würde, der Sache auf die Spur zu kom⸗ men, und ſo ihn dem welttlichen Richter ſchon hie⸗ nieden in die Hände zu liefern. Ich wurde in der That etwas verlegen, da nach dem Schluſſe meiner gewaltigen pomphaften Rede, der Rath, ohne ein Wort zu erwiedern, mich ſehr ruhig anblickte, als erwartete er, ich müſſe noch weiter fortfahren. Das verſuchte ich auch in der That, aber es kam nun alles ſo ſchief, ja ſo albern heraus, daß ich

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