27 mich gebrochen, meinſt du Söhnchen? nicht wahr? Mit Nichten, mit Nichten, nun bin ich frei— frei — frei— Heiſa frei!— Nun bau ich keine Geigen mehr— keine Geigen mehr, heiſa! keine Geigen mehr.«— Das ſang der Rath nach einer ſchauerlich luſtigen Melodie, indem er wieder auf einem Fuße herumſprang. Voll Grauen wollte ich ſchnell zur Thüre hinaus, aber der Rath hielt mich feſt, indem er ſehr gelaſſen ſprach:„Bleiben Sie, Herr Stu⸗ dioſus, halten Sie dieſe Ausbrüche des Schmerzes, der mich mit Todesmartern zerreißt, nicht für Wahnſinn, aber es geſchieht nur alles deshalb, weil ich mir vor einiger Zeit einen Schlafrock anfertigte, in dem ich ausſehen wollte, wie das Schickſal oder wie Gott!— Der Rath ſchwatzte tolles grauliches Zeug durch einander, bis er ganz erſchöpft zuſam⸗ menſank. Auf mein Rufen kam die alte Haushäl⸗ terin herbei, und ich war froh, als ich mich nur wieder im Freien befand. Nicht einen Augenblick zweifelte ich daran, daß Krespel wahnſinnig gewor⸗ den, der Profeſſor behauptete jedoch das Gegentheil. „Es giebt Menſchen,“ ſprach er,„denen die Natur oder ein beſonderes Verhängniß die Decke wegzog, unter der wir andern unſer tolles Weſen unbemerk⸗ ter treiben. Sie gleichen dünn gehäuteten Inſekten die im regen ſichtbaren Muskelſpiel mißgeſtaltet er⸗ ſcheinen, ungeachtet ſich alles bald wieder in die
gehörige Form fügt. Was bei uns Gedanke bleibt,


