20 blaß, aber wurde etwas Geiſtreiches und Heiteres geſagt, ſo flog in ſüßem Lächeln ein feuriges In⸗
karnat über die Wangen hin, das jedoch bald im röthlichen Schimmer erblaßte. Ganz unbefangen ſprach ich mit Antonien, und bemerkte durchaus nichts von den Argusblicken Krespels, wie ſie der Profeſſor ihm angedichtet hatte, vielmehr blieb er ganz in gewöhnlichem Gleiſe, ja er ſchien ſogar mei⸗ ner Unterhaltung mit Antonien Beifall zu geben. So geſchah es, daß ich öfter den Rath beſuchte, und wechſelſeitiges Aneinandergewöhnen dem kleinen Kreiſe von uns dreien eine wunderbare Wohlbehag⸗ lichkeit gab, die uns bis ins Innerſte hinein erfreute. Der Rath blieb mit ſeinen höchſt ſeltſamen Skuri⸗ litäten mir ſehr ergötzlich; aber doch war es wohl nur Antonie, die mit unwiderſtehlichem Zauber mich hinzog, und mich manches ertragen ließ, dem ich ſonſt ungeduldig, wie ich damals war, entronnen. In das Eigenthümliche, Seltſame des Rathes miſchte ſich nämlich gar zu oft Abgeſchmacktes und lang⸗ weiliges, vorzüglich zuwider war es mir aber, daß
er, ſobald ich das Geſpräch auf Muſik, insbeſondere
auf Geſang lenkte, mit ſeinem diaboliſch lächelnden Geſicht und ſeinem widrig ſingenden Tone einfiel, etwas ganz Heterogenes, mehrentheils Gemeines auf die Bahn bringend. An der tiefen Betrübniß, die dann aus Antonien's Blicken ſprach, merkte ich wohl, daß es nur geſchah, um irgend eine Auffor⸗


