Mrns. Verwunderlicheres als Krespels Betragen kann man nicht erfinden. Steif und ungelenk in der Bewegung glaubte man jeden Augenblick, er würde irgendwo anſtoßen, irgend einen Schaden anrichten. Das geſchah aber nicht, und man wußte es ſchon, denn die Hausfrau erblaßte nicht im min⸗ deſten, als er mit gewaltigem Schritt um den, mit den ſchönſten Taſſen beſetzten Tiſch, ſich herum⸗ ſchwang, als er gegen den bis zum Boden reichen⸗ den Spiegel manövrirte, als er ſelbſt einen Blu⸗ mentopf von herrlich gemaltem Porcellan ergriff, und in der Luft herumſchwenkte, als ob er die Far⸗ ben ſpielen laſſen wolle. Ueberhaupt beſah Kres⸗ pel vor Tiſche alles in des Profeſſors Zimmer auf das genaueſte, er langte ſich auch wohl, auf den ge⸗ polſterten Stuhl ſteigend, ein Bild von der Wand berab, und hing es wieder auf. Dabei ſprach er viel und heftig, bald(bei Tiſche wurde es auffal⸗ lend) ſprang er ſchnell von einer Sache auf die an⸗ dere, bald konnte er von einer Idee gar nicht los kommen, immer ſie wieder ergreifend, gerieth er in allerlei wunderliche Irrgänge, und konnte ſich nicht wieder finden, bis ihn etwas anderes erfaßte. Sein Ton war bald rauh und heftig ſchreiend, bald leiſe gedehnt, ſingend, aber immer paßte er nicht zu dem, was Krespel ſprach. Es war von Muſik die Rede, man rühmte einen neuen Komponiſten, da lä⸗ chelte Krespel, und ſprach mit ſeiner leiſen ſingen⸗
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