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Rath Krespel / von E.T.W. Hoffmann
Entstehung
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innere Einrichtung aber eine ganz eigene Wohlbe⸗ haglichkeit erregte. Alle, die hinein kamen, ver⸗ ſicherten dies, und ich ſelbſt fühlte es, als Krespel nach näherer Bekanntſchaft mich hineinführte. Bis jetzt hatte ich nämlich mit dem ſeltſamen Manne noch nicht geſprochen, der Bau beſchäftigte ihn ſo ſehr, daß er nicht einmal ſich bei dem Profeſſor Mn Dienſtags, wie er ſonſt pflegte, zum Mittagseſſen einfand, und ihm, als er ihn beſonders eingeladen, ſagen ließ, vor dem Einweihungsfeſte ſeines Hauſes käme er mit keinem Tritt aus der Thür. Alle Freunde und Bekannte verſpitzten ſich auf ein großes Mahl. Krespel hatte aber niemand gebeten, als ſämmtliche Meiſter, Geſellen, Burſche und Hand⸗ langer, die ſein Haus erbaut. Er bewirthete ſie mit den feinſten Speiſen. Maurerburſche fraßen rückſichtslos Rebhuhn⸗Paſteten, Tiſchlerjungen ho⸗ belten mit Glück an gebratenen Faſanen, und hung⸗ rige Handlanger langten diesmal ſich ſelbſt die vortrefflichſten Stücke aus dem Trüffel⸗Frikaſſee zu. Des Abends kamen die Frauen und Töchter, und es begann ein großer Ball. Krespel walzte etwas weniges mit den Meiſterfrauen, ſetzte ſich aber dann zu den Stadtmuſikanten, nahm eine Geige und dirigirte die Tanzmuſik bis zum hellen Morgen. Den Dienſtag nach dieſem Feſte, welches den Rath Krespel als Volksfreund darſtellte, fand ich ihn endlich zu meiner nicht geringen Freude bei dem Profeſſor