Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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Schutz und die Mutter quälte ſie vom frühen Morgen bis zum ſpäten Abend, bis ſie endlich aus Verzweiflung nach⸗ gab und die Bewerbungen des ihr verhaßten Couſins ertrug. Zum Schein und nur um Ruhe zu bekommen, ließ ſie ſich ſeine Artigkeiten gefallen und nahm von ihm auch allerhand Geſchenke an, mit denen er ihr Herz zu gewinnen glaubte. Hannchen war jedoch nicht wie ſo viele Mädchen, die für einen goldenen Ring, ein Kettchen oder Armband, ihre Zärtlichkeit verkaufen und denen jeder Mann will⸗ kommen iſt, wenn er nur Geſchenke zu machen verſteht und ſein Auskommen hat. Wäre Herr Haſenfritz junior nicht ſo eitel und eingenommen von ſich geweſen, ſo hätte er ihre deutlich ausgeſprochene Abneigung bemerken müſſen. Sie ſchauderte vor jeder näheren Berührung mit dem Wüſtling und wich ihm, wo ſie nur immer konnte, auf hundert Schritte aus. Das Alles hinderte jedoch nicht, daß ſie ſich mit ihm verlobte und daß die Hochzeit ſchon in ſechs Wochen ſtatt finden ſollte. Das arme Mädchen konnte nicht anders; ſie war von Jugend auf an Gehorſam gewöhnt und jede Gegenrede mußte vor dem Zorn des Vaters und der Tyrannei der Mutter verſtummen. Frau Bauer war in allen Dingen eine gute Fran, ſie liebte ihre Kinder, aber wenn ſie ſich einmal etwas eingebildet hatte, dann ſetzte ſie auch ihren Willen durch, mochte es biegen oder brechen. Der elterliche Deſpotismus iſt aber gewiß