Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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haben ihn jetzt ganz in unſerer Gewalt und können mit ihm machen, was wir wollen.“

„Ich hatte Furcht, daß er uns abſpringt, wenn wir ihn zu weit treiben und das Geld von anderer Seite ſich verſchafft. Das Geſchäft macht jeder mit ihm und Sie wiſſen, daß es noch andere Leute giebt, die nur auf die Gelegenheit lauern, um anzukommen. Außerdem bleibt er doch immer mein Schwager, der Mann meiner Schweſter,“ fügte der Schneider mit einem Anſtrich von Empfind⸗ ſamkeit hinzu.

„Sie ſind ein gottvoller Kerl!“ lachte der gemüth⸗ liche Aſſeſſor aus vollem Halſe.

„Man muß doch mit ſeinen Verwandten Mitleid haben und was wir heute nicht bekommen, wird uns morgen nicht entgehen; erſt ein Viertel, dann die Hälfte und zuletzt nehmen wir ihm das Ganze ab. Das iſt viel

ſicherer und auch anſtändiger.“

„Sie kommen mir wie jener vor, der aus purem Mitleid ſeinem Hunde nicht auf einmal die Ohren ab⸗ ſchneiden wollte, ſondern jeden Tag nur ein kleines Stück⸗ chen. Das heiß ich, ein weiches Herz haben.“

„Laſſen Sie Ihre faulen Witze ſein und gehen Sie lieber zum Notarius, damit dieſer den Contract und die Verſchreibung bereit hält, wenn ich mit dem Schwager