Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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nicht tragen, ſie vermochte längere Zeit auch nicht ein Wort vorzubringen. „Iſt es denn auch wahr?“ ſtammelte ſie endlich.

„Iſt es auch wirklich wahr? Vielleicht haſt Du nur falſch

geleſen.“

„Hier ſteht es ſchwarz auf weiß gedruckt. Das Ge⸗ richt wird doch nicht lügen.“

„Und die Arnold's haben ein ſo großes Vermögen hinterlaſſen? Davon haſt Du mir ja früher kein Wort geſagt.“

„Ich hab' ja auch von der ganzen Geſchichte nichts gewußt. So viel ſteht feſt, daß meine Großmutter eine geborne Arnold war.“

„Eine Schweſter von dem Hofmedicus?“

„Das muß ſich erſt finden. Ich war noch zu jung, wie ſie geſtorben iſt, aber meine Schweſter wird es wiſſen; die hat ſie noch gekannt. Ich will ſogleich zu ihr gehen.“

„Du vergißt, daß wir mit dem Schwager ſchon ſeit Jahr und Tag böſe ſind.“

„Das thut nichts; bei einer ſolchen Gelegenheit ver⸗ gißt man das Vergangene. Wo iſt mein Stock und der Hut? 24

„So warte doch wenigſtens erſt, bis Du gefrühſtückt haſt. Du wirſt doch nicht nüchtern fortlaufen wollen.“

Sie konnte ihn nur mit Wüih zurückhalten, bis das

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