Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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faſt zwei Thaler erſungen; auch die Mädchen kamen nicht mit leeren Händen. Das Geld wurde, wie gewöhnlich, vor den Augen der Kinder in zwei gleiche Theile getheilt, von denen der eine für die Haushaltung verwendet wurde, während der andere in die Sparkaſſe wanderte, um für die Zukunft als Nothgroſchen den Seinigen zu dienen. Auf dieſe Weiſe war es Bauer möglich, mit ſeinem ge⸗ ringen Gehalt eine zahlreiche Familie zu ernähren und ſogar noch jedes Jahr einige Erſparniſſe zu machen. Für „Leute ſeines Schlages ſind Kinder ein wahrer Segen, weil ſie mit arbeiten und mit erwerben helfen. Die Kleinen waren auch ganz ſtolz auf ihre Thätigkeit und ihr Selbſt⸗ bewußtſein wurde nicht wenig durch dieſe weiſe Einrichtung gehoben.— Der Kaſſenbote hatte allen Grund, mit ſeinem Schickſale zufrieden zu ſein, wenn er ſo auf die fleißigen Buben und Mädchen blickte, mit denen ihn Gott geſegnet hatte. Er fühlte ſich auch recht glücklich und beſonders in dieſem Augenblick, wo er im Schlafrock und Pantoffeln mitten unter ihnen am warmen Ofen ſaß, während draußen die Frühlingsſtürme wütheten. Unterdeß war das Abend⸗ brod fertig geworden, Hannchen breitete eine zwar grobe, aber blühend weiße Decke über den Tiſch, auf welche ſie die Schüſſel mit Kartoffeln ſtellte, das gewöhnliche Leib⸗ gericht an Wochentagen, das höchſtens mit einer Mehl⸗ ſuppe abwechſelte. Bevor ſich aber der Vater niederſetzte,