Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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nicht daran, und es war ihm ſo gleichgültig, als ob er nur bloße Sandſäcke ſchleppte.

Der fortwährende Anblick der ungeheuren Summen, welche in der Bank niedergelegt waren, dieſe Berge von Dukaten und Louisd'oren, die Haufen von Staatspapieren, Pfandbriefen und Bankanweiſungen hatten ſein Gefühl für den irdiſchen Mammon vollkommen abgeſtumpft. Es ging ihm wie den Zuckerbäckern, welche mitten unter lauter Süßigkeiten dieſelben verachten und nicht anrühren mögen, zur großen Verwunderung der naſchhaften Leute. Den ganzen Tag hatte er es mit dem Gelde zu thun, es zu zählen, zu wiegen und an die Kaſſe zu tragen; Wechſel einzuziehn und den Betrag abzuliefern. Er kam in alle großen Handlungshäuſer als ein faſt täglicher Gaſt und vom Prinzipal bis zum Laufburſchen herab kannte dort Jedermann den ehrlichen Kaſſenboten Bauer.

Zuweilen ſetzte es für ihn auch ein kleines Vier⸗ groſchenſtück ab, als eine Belohnung für ſeine pünktliche Beſorgung, aber das Alles erklärte noch immer nicht, wie es ihm möglich war, mit ſeiner zahlreichen Familie auszu⸗ kommen und ſogar noch einige Erſparniſſe zu machen. Er hatte den Kindern eine ſorgfältige Erziehung geben, Jungen und Mädchen etwas Ordentliches lernen laſſen; ſie waren auch Alle wohlgerathen; aber woher er die Aus⸗ gaben für den in der Hauptſtadt keineswegs billigen Unter⸗

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