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feierte Sängerin ſeine Frau nennen zu kennen, einen gro⸗ ßen Einfluß ausgeübt zu haben ſchien. Der Beſitz machte ihn bald gleichgültig, unſere Charaktere paßten nicht, wie ich mich leider ſpäter überzeugte, recht zu einander. Es
fehlte ihm die erſte Bedingung des Mannes, Würde; ich
konnte ihn nicht achten, obgleich er mir vielfache Beweiſe ſeiner Zärtlichkeit und Gutmüthigkeit gab. Da unſere Ehe kinderlos blieb, ſo mangelte uns auch dies feſſelnde, ſchöne Band, welches ſonſt auch getrennte Naturen zu vereinigen vermag. So ſah ich mich vernachläſſigt, auf⸗ gegeben, koketten Frauen von zweifelhaftem Rufe geopfert. Der Graf war in dieſer Beziehung höchſt leichtfertig und gewiſſenlos, daneben beſaß er eine gewiſſe Virtuoſität in der Kunſt zu verführen; er war im Stande, gerade ein argloſes Gemüth, ein unſchuldiges Weſen ganz für ſich einzunehmen und zu bethören. Die aufblühenden Reize meiner Schweſter hatten ſeine Sinnlichkeit erregt. Erlaſ⸗ ſen Sie mir die Mittel, welche er anwendete, um ſie zu verderben. Sie erlag, täuſchte mich und verließ mich heimlich, um die traurigen Folgen und ihre Verzweiflung zu verbergen. In einem Briefe, den die Unglückliche zu⸗ rückließ, geſtand ſie ihre Schuld, meine Vergebung an⸗ flehend, ohne jedoch ihren Verführer mir zu nennen. Der Ort, wohin ſie ſich gewendet, blieb mir verborgen und ich konnte ihn ungeachtet aller Mühe nicht ausfindig machen.


