Teil eines Werkes 
2. (1858) Der Waisenknabe / von Max Ring
Entstehung
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Werk, welches in der That einem anſehnlichen Maulwurfs⸗ hügel glich, war nun zu ſeiner nicht geringen Freude end⸗ lich beendet. Während der Zeit, daß er arbeitete, ſtand Heinrich, wie es verabredet war, Wache, um jede verdäch⸗ tige Annäherung zu verkündigen und durch einen ſcharfen Pfiff den beſchäftigten Ingenieur zu warnen. Zum Glücke zeigte ſich Niemand auf dem Hofe und die Arbeit ging ohne jede Störung von Statten. Als Wilhelm aber fertig war und vor dem von ihm geſchaffenen Vulkane ausruhend ſtand, überkam ihm mit einem Male wieder jenes kurioſe Gefühl, das er regelmäßig empfand, wenn er einen dummen Streich vorhatte. Es war ihm grad ſo zu Muthe, als fühlte er eine kalte Hand im Nacken, die ihn von hinten packte und ſo lange ſchüttelte, bis ihm der Athem ausging. Am lieb⸗ ſten hätte er auch die ganze Unternehmung aufgegeben, aber er dachte an die Erwartung, welche er in Lieschen angeregt hatte und die nicht unbefriedigt bleiben durfte. Und was hätte der lange Heinrich dazu geſagt? Würde dieſer ihn nicht wegen ſeiner Feigheit und Mangel an Muth verhöhnt haben? Lieber den Buckel voll Prügel als den Hohn ſeines Gegners. Dieſer Gedanke verſcheuchte alle aufſteigenden Beſorgniſſe und im nächſten Augenblicke waren auch die letzten Skrupel beſeitigt, ſo daß er auf die Ausführung ſeines Vorhabens jetzt um ſo feſter beharrte. Unterdeß ſaß das ungeduldige Lieschen in dem Zimmer