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und nachdem er gewaltſam den Widerſpruch in ſeinem In⸗ nern überwunden, entwickelte er zuerſt mit einer ausgezeich⸗
neten Klarheit alle Gründe, welche zu Gunſten des Geſetzes ſprachen; ſpäter berückſichtigte er die Einwände der Gegner, indem er dieſelben durchaus nicht leicht nahm, ſondern mit der größten Unparteilichkeit ſo ſtart hervorhob, als dieſe ſelbſt es nur wünſchen konnten. Er ließ auch dem Feinde und deſſen Anſprüchen volle Gerechtigkeit widerfahren, ja er verweilte ſogar bei dieſen Einwürfen faſt länger als dies nöthig war und häufte immer von Neuem gewichtige Angriffe und Schwierigkeiten gegen das Ehegeſetz, um ſie dinen um ſo glänzender zu bekämpfen. Wie es häufig zu geſchehen pflegt, hatte der Redner ſich ſelbſt in einen Eifer hineingeſprochen, der ihm keineswegs natürlich war; er ließ ſich von ſeinem Gegenſtande hinreißen, obgleich dieſer bereits nicht mehr mit der vollen Ueberzeugung der Wahr⸗ heit ihn ergriffen hatte. Bolten befand ſich in jenem eigenthümlichen rauſchartigen Zuſtande, worin den Schau⸗ ſpieler, oder den Künſtler überhaupt, der Anblick eines großen Publikums, der Beifall der Menge, die Auf⸗ regung, womit jede öffentliche Leiſtung mehr oder minder verbunden iſt, zu verſetzen pflegen. Eine ihm ſelbſt unbe⸗ kannte und fremde Kraft ſchien aus ihm zu ſprechen, die Worte flogen ihm zu, die Sätze reihten ſich mit zwingender Logik an einander, ohne ſein Zuthun, faſt ohne ſeinen Willen.


