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noch von anderer Seite bedroht und angegriffen. Das neue Ehegeſetz, mit deſſen Abfaſſung der Geheimrath Bolten betraut wurde, war endlich ſo weit gediehn, daß es den Kammern vorgelegt werden konnte.
Die Verhandlungen hatten bereits begonnen und da der Gegenſtand von dem höchſten Intereſſe war, ſo erregte er auch eine allgemeine Betheiligung. Nur mit Mühe und durch beſondere Verwendung konnte man ein Billet erlangen; die Gallerie und Zuhörerräume waren ſtets be⸗ ſetzt und der Andrang des Publikums wuchs mit jedem Tage. Niemand folgte indeß wohl mit größerer Spannung dem Ausgange als Antonie, deren Schickſal hier entſchieden wurde.
Erhielt das Geſetz die Zuſtimmung der Volksver⸗ treter, ſo war ihr jede Hoffnung benommen, das ihr ver⸗ haßte Band zu löſen. Sie befand ſich in einem Zuſtande der höchſten Aufregung, um ſo mehr da ſie wußte, daß Bolten mit ſeinem ganzen Talente und mit ſeiner bewun⸗ derungswürdigen Beredtſamkeit die Vertheidigung des Geſetzes übernommen hatte. Die Zeitungen und ſelbſt die Blätter der Oppoſition waren voll Anerkennung und Bewunderung für den ausgezeichneten Redner. Mehrere beſchränkende Paragraphen hatten bereits lediglich durch ſeine geiſtreichen Worte die Billigung der Kammern er⸗ halten und es war kein Zweifel mehr, daß er das ganze


