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und von dieſem entführt worden ſei. Eſſling ſpielte den gekränkten und getäuſchten Ehemann in meiſterhafter Weiſe und hütete ſich, die Wahrheit zu ſagen. Dieſe Verleum⸗ dungen gelangten auch endlich auf verſchiedenen Umwegen zu Volten's Ohren; er war im höchſten Grade verletzt und aufgeregt. Julie indeß war ſogleich herbeigeeilt und hatte aus Antonien's eigenem Munde die ſchmähliche Behandlung erfahren, die ſie von ihrem Gatten erlitten. Sie verthei⸗ digte mit der ihr eigenen Energie die Unſchuld der Freun⸗ din bei jeder Gelegenheit und es gelang ihr auch, Bolten von ſeinem Irrthum abzubringen, obgleich Antonie ihr das Verſprechen abgenommen, ihm grade den wahren Grund ihrer Trennung nicht zu ſagen, weil ſie ſich der erbärmlichen Rolle ſchämte, die ſie gezwungen dabei ſpielen mußte. Einſtweilen fand die Unglückliche eine Zuflucht in dem Hauſe ihrer Eltern, aber auch nicht mehr. Sie waren entſchieden gegen jede Scheidung und da Antonie noch nicht das geſetzmäßige Alter der Majorennität erreicht hatte, ſo waren alle Schritte, die ſie thun wollte, ſo gut wie vergeb⸗ lich, wenn ihr Vater ſich nicht damit einverſtanden erklärte. In einem heuchleriſchen Briefe, der mit bewunderungs⸗ würdigern Schlauheit geſchrieben war, forderte ſie Eſſling halb bittend und halb drohend auf, zu ihm zurückzukehren. Sie würdigte ſein Schreiben keiner Antwort und wartete ruhig ſeine ferneren Schritte ab, indem ſie mit der Zeit die
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