Teil eines Werkes 
1. (1858) Die Geschiedene / von Max Ring
Entstehung
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der Hand und zu einem mäßigen Preiſe zu erwerben ſuchte; was ihm auch gelang. Kaum hatte er die Zurückkunft des Barons erfahren, als er ihn auch aufſuchte und wieder in ſeine Geſellſchaft zu ziehn ſuchte, als wenn nichts vorge⸗ fallen wäre.— Antonie war nicht wenig erſtaunt, als eines Tages Wallenberg in Begleitung ihres Mannes in das Zimmer trat. Seit der letzten Begegnung mit ihm, hoffte ſie ihn nicht wiederzuſehn. Sie empfing ihn faſt mit ver⸗ letzender Gleichgültigkeit und Kälte, ohne jedoch den beab⸗ ſichtigten Erfolg zu erreichen. Der Baron ließ ſich keines⸗ wegs zurückſchrecken und wiederholte ſeine Beſuche, ſo oft es ihm die Schicklichkeit erlaubte. Seine Leidenſchaft lebte bei ihrem Anblick von Neuem auf; ſie kam auch ihm ver⸗ ändert, aber ſchöner vor als je, und noch immer hatte er nicht die Hofſnung aufgegeben, ihren Widerſtand zu be⸗ ſiegen. Ihrem Manne gegenüber ſprach ſie jetzt unverholen ihren Widerwillen gegen den Baron aus; ſie erſuchte ihn gradezu, ſie mit deſſen unwillkommener Gegenwart zu ver⸗ ſchonen, da ſie inſtinktmäßig eine ihr drohende Gefahr ahnte..

„Thorheit!“ erwiederte Eſſling auf ihre Bitten. „Wallenberg denkt nicht mehr an die alberne Geſchichte und wenn dies auch der Fall wäre; ich ſtehe mit ihm in Geſchäftsverbindung und ich kann einen meiner beſten Kunden nicht das Haus verbieten.“