Teil eines Werkes 
1. (1858) Die Geschiedene / von Max Ring
Entstehung
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zu verkuppeln. Warum haben Sie mir das nicht gleich geſagt? Ich habe ſelber ſchon daran gedacht. Das wäre doch einmal eine Abwechſelung in dem einförmigen Leben. Ich habe meine bisherigen Liaiſons wirklich ſatt bekommen. Auf die Länge der Zeit widern Einen all dieſe Verbin⸗ dungen an. Außerdem ſind ſie koſtſpielig und werden um ſo theurer, je älter man wird. Ich brauche eine Frau zu meiner Unterhaltung, um in meinem Hauſe zu repräſen⸗ tiren, die Wirthin zu machen.“

„Ich freue mich, Dich auf ſo gutem Wege zu finden.“

„Auf dem allerbeſten von der Welt. Ich könnte mich entſchließen, auf der Stelle zu heirathen, wenn mir ſonſt das Mädchen nur gefällt. Laſſen Sie nur hören, welch' eine Schöne Sie mir zum Weibe auserwählt haben; denn Schönheit iſt die erſte Anforderung an meine Zukünftige.“ —„Du wirſt hoffentlich mit meiner Wahl zufrieden ein.“

„So drücken Sie nur los; Sie ſehen ja, daß ich vor Ungeduld vergehe, die Bekanntſchaft meiner Braut zu machen.“

„Wie gefällt Dir Fräulein Brandeis? Du haſt ſie geſtern auf dem Balle geſehen.“

„Nicht übel; zwar noch Backfiſch, aber von dem Holze, aus dem ſich eine ordentliche Dame einmal