—ÿ—ÿ—ÿ—ꝛ—xxOYñ;—
36
rath vor ſeinem Sohne, der ihm bis an die Thür entgegen ging. Der Vater, welcher in mancher Beziehung trotz ſeines vorgerückteren Alters mit dem würdigen Sprößling ſympathiſirte, hielt es doch für angemeſſen, von Zeit zu Zeit eine ernſte Miene anzunehmen und ihm gegenüber den Strafprediger zu ſpielen. Er kümmerte ſich nur in ſo weit um das Leben und Treiben ſeines Sohnes, als es die Oeffentlichkeit berührte. Im Stillen hielt auch er Manches erlaubt, was er vor den Augen der Welt mißbilligte. Seine ganze Moral beſchränkte ſich darauf, jeden Skandal zu vermeiden und öffentlich kein Aergerniß zu geben, ſonſt war auch er kein Verächter des ſchönen Geſchlechts und in Geſchäften nicht immer der ſolideſte geweſen; er hatte es aber ſtets verſtanden, den äußeren Anſchein zu wahren und ſeinen Ruf zu behaupten. Darin lag der einzige Unter⸗ ſchied zwiſchen Beiden. 3
„Du haſt mich warten laſſen,“ begann der Kommer⸗ zienrath, nachdem er ſich geſetzt und der Bediente das Zimmer verlaſſen hatte, um am Schlüſſelloche zu lauſchen.
„Verzeihen Sie,“ entgegnete der Sohn,„aber ich bin ſo eben erſt aufgeſtanden. Sie wiſſen, daß ich geſtern auf dem Kaufmannsballe war und erſt ſpät zu Bette ge⸗ kommen bin.“
„Das iſt nichts Neues bei Deiner Lebensart. Wenn


