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zu beſtechen, jede Unſchuld zu verführen. Darum war er einzig und allein darauf bedacht, ſein Vermögen zu ver⸗ mehren, weil er das Geld als die Hauptmacht der Gegen⸗ wart, als den Quell aller Genüſſe betrachtete.
Während er ſeine Morgentoilette beendete und der Bediente mit der Bereitung der Chocolade beſchäftigt war, klopfte es leiſe an der Thür. Auf das laute„Herein!“ erſchien die gebückte Geſtalt des Agenten Veitel, welcher mit Herrn Eſſling junior in einer eigenthümlichen Ge⸗ ſchäftsverbindung ſtand.
„Nur herein!“ rief er ſeinem Gaſt entgegen.„Was bringen Sie mir, alter Geſchäftsfreund!“
„Was ſoll ich bringen? Geld will ich Ihnen bringen, wenn Sie ſchnell zugreifen.“
„Laſſen Sie hören!“
„Sie kennen doch den Baron von Kirchberg, der das ſchöne Gut hat, das Ihnen ſo in die Augen ſticht. Er hat es geerbt von ſeinem Herrn Vater, welcher keinen Pfennig darauf ſchuldig war.“
„Deſto mehr der Sohn,“ unterbrach ihn Eſſling.
„Er will jetzt verkaufen das Gut und Sie können es bekommen um einen Spottpreis, wenn Sie es klug an⸗ fangen. Das Waſſer geht ihm bis an den Hals, denn es laufen viele Wechſelchen auf ihn herum. Was meinen Sie, wenn wir die Papierchen aufkaufen. Wir werden
1858. XIV. Neue Stadtgeſchichten. I. 3


