Teil eines Werkes 
Erster Theil (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—5 310—

nach St. Wolfgang zu unternehmen, um in der Kirche des Heiligen mein Gebet zu verrichten. Zugleich verkuͤndete ſie mir die Ankunft dieſer Herren, mei⸗ nes Verwandten und des ehrwuͤrdigen Praͤlaten, die Beide in einer Entfernung von mehr als hundert Mei⸗ len lebten und von Venedig uͤber Salzburg nach ihrer Heimath zuruͤckkehren wollten. Hier in St. Wolfgang fuͤhlen meine Freunde das Beduͤrfniß ebenfalls ihre Andacht zu verrichten und ſo trafen wir uns, ohne Verabredung, ohne eine Ahnung von unſerem Hier⸗ ſein zu haben. Es iſt dies ein Wunder, fuͤr das ich dem Heiligen um ſo mehr danken muß, da die Anweſenheit der Freunde mir in dieſem Augenblick erwuͤnſchter iſt als je. Ich bedarf ihres Rathes und ihrer Unterſtuͤtzung. Der Himmel ſelbſt hat ſie mir geſchickt.

Der Baron ergriff zum Schluß ſeiner Rede die Haͤnde der beiden Fremden und druͤckte ſie mit ſchwaͤr⸗ meriſchem Enthuſiasmus, als ſaͤhe er in ihnen des Himmels Boten. Die uͤbrige Geſellſchaft unter⸗ ließ ebenfalls nicht bald mehr bald minder laut ihre Empfindungen und Gedanken uͤber dieſe außerordent⸗ liche Begegnung zu aͤußern. Nur Georg verhielt ſich durchaus ruhig und ſchweigſam. Die ganze Er⸗ ſcheinung des Barons, ſeine Schwaͤrmerei und ſein