Teil eines Werkes 
Erster Theil (1855)
Entstehung
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liche Natur, welche ſie umgab.— Selbſt im hellſten Sonnenlicht behauptet der Hallſtaͤdter See eine duͤſtere Melancholie, in der zumeiſt ſein großer Zauber liegt. Die oͤden, kahlen Felſenwaͤnde, auf denen kaum ein Grashalm ſprießt, umſchließen ihn wie ein tiefes uner⸗ gruͤndliches Geheimniß. Seine dunkle Spiegelflaͤche gleicht einem rieſigen Menſchengeſicht, das die Hand des Schickſals gezeichnet hat. Von den ſtarren Bergen, aus der dunkeln Fluth ſteigt der Geiſt der Traurigkeit empor und geſellt ſich zu dem einſamen Wanderer, der

daruͤber faͤhrt.

Trotz des Gluͤckes, das ſie umgab,

fuͤhlte Adolphine in ſich eine innige Sympathie mit dem finſtren See. Sie war ſich ja ſelbſt ein aͤhnliches Raͤthſel. Mitten in der Geſellſchaft kam ſie ſich ſo einſam und verlaſſen vor. Vielleicht dachte ſie an ihr eigenes Leben, als ſie in die unergründliche Tiefe nie⸗ derſah. Sie beugte ſich uͤber den Rand des Kahnes, als ſuchte ſie da unten den ihr verwandten Geiſt.

Nur ihr eigenes Geſicht ſchaute ihr entgegen, vor dem ſie ſelbſt erſchrak. Graf Bangor und ihr Vater waren mit Entſetzen ihren Bewegungen gefolgt.

— Apolphine! was thuſt du? fragte Herr von

Buſch beſorgt.

men, wenn du dich ſo uͤberbiegſt. Außerdem ſchaukelt

Du kannſt noch den Schwindel bekom⸗