Teil eines Werkes 
Erster Theil (1855)
Entstehung
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ſich jedoch bald wieder, wenn auch die Erſcheinung Adolphinens ihn ſo maͤchtig ergriffen hatte wie noch nie zuvor ein Weib. Kaum daß er noch zu athmen wagte, als fuͤrchte er, daß ein Hauch, ein Luͤftchen das reizende Bild wie ein Phantom entfuͤhren koͤnnte. Adolphine hatte keine Ahnung von dem Eindruck, den ſie ſo eben hervorgebracht, und wenn auch, ſie haͤtte nur uͤber die Vermeſſenheit des ſchlecht gekleideten Wanderers geſpottet, weil er es gewagt, ſein Auge zu ihr, der ſtrahlenden Sonne, emporzuheben. Jetzt blickte ſie aber nicht mehr nach den zoͤgernden Kaͤhnen, ſondern zu ihren Fuͤßen auf den dunklen See. Es war vielleicht der melancholiſche Geiſt, welcher auf dieſen Fluthen ruht, die druͤckende Schwuͤle der Luft oder eine truͤbe Erinnerung, welche ſie mit einem Male wie ein finſtrer Schatten uͤberflog.

Die gluͤcklich geprieſene, angebetete und beneidete Adolphine ſeufzte, als ſie ſich allein glaubte, aus tie⸗ fer Bruſt. Etwas das einer Thraͤne glich ſchimmerte in ihren ſchoͤnen Augen. Dann aber wandte ſie ſich ploͤtmzlich mit einem bezaubernden Laͤcheln an ihre Be⸗ gleiter, die ihr nachgeeilt waren.

Niemand als der unbekannte Wanderer hatte dieſe Thraͤne bemerkt.