Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1855)
Entstehung
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vom Stamme. Man ſoll zwar von den Todten nur das Beſte ſagen, aber die Mutter des Fraͤuleins hat es auch arg getrieben. Man ſpricht nicht gern davon.

Auch dieſer rhetoriſche Kunſtgriff verfehlte ſeine Wirkung nicht. Die Apothekerin wurde von ihrem Auditorium gezwungen Alles zu erzaͤhlen, was ſie von Adolphinens Mutter wußte. Freiwillig haͤtte das brave Weib ſich nie dazu entſchloſſen, von den Todten im Grabe ſchlecht zu reden. Fuͤr ihre Zunge reichten ja die Lebenden aus. Was blieb ihr aber uͤbrig? Sie mußte doch den Freundinnen auf deren dringende Bitten den Willen thun. Es geſchah mit Widerſtreben, ſie wurde ſo ſehr genoͤthigt, ſchließlich aber geſchah es doch. Nach dieſer intereſſanten Ab⸗ ſchweifung kehrte die ehrenwerthe Verſammlung bald wieder zu dem Gegenſtande ihrer ernſten Verhand⸗ lung zuruͤck. Die Hauptſuͤnderin wurde abgeurtheilt und die Reihe kam an ihren Mitſchuldigen, den armen Faͤrbermeiſter. Hier erhielt der Prozeß eine mehr dramatiſche Faͤrbung, da Frau Veit als Hauptzeugin gegen den Verbrecher auftrat. Die reiche Wittwe benahm ſich, trotzdem ſie die betheiligte Partei war, mit edler Maͤßigung. Ihre Beſchuldigungen trugen durchaus keinen gehaͤſſigen Charakter, ſie ſprach we⸗

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