Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1855)
Entstehung
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Durch dieſen ſtummen Beifall fuͤhlte ſich die Apothe⸗ kerin nicht wenig geehrt und ermuntert.

— Ja, wie man's treibt, ſo geht's, der Krug geht ſo lange zum Waſſer, bis er bricht. Die ehrli⸗ chen Leute auf der Saͤgemuͤhle thun mir herzlich leid. Es ſind ſehr, ſehr reſpectable Kunden meines Man⸗ nes, bleiben nie einen Pfennig ſchuldig, aber was wollen ſie machen? Sie koͤnnen doch dem Fraͤulein nicht die Thuͤre weiſen? Außerdem iſt es nichts Neues, was ihnen paſſirt.

Dieſer Theil der Rede brachte auf alle Anweſende eine unbeſchreibliche Wirkung hervor und zeugte mehr als Alles fuͤr die Meiſterſchaft dieſes weiblichen Ci⸗ cero. Die Apothekerin theilte Lob und Tadel mit gleicher Gerechtigkeit aus, ſie klagte an und entſchul⸗ digte zugleich. Mitleid und Bosheit, Verleumdung und Anerkennung wußte ſie geſchickt zu einer Miſchung zu verbinden. Gleich ihrem Gatten vergoldete ſie die bittere Pille und faͤrbte die graͤuliche Mirtur mit dem angenehmen Syrup der Menſchenfreundlichkeit. Der Schluß ihrer Worte war ganz und gar darauf berech⸗ net die Sympathieen ihrer Zuhoͤrerinnen ihr vollends zu gewinnen.

— Ja, jal ſeufzte ſie und verdrehte dabei fromm die gruͤnlichen Augen. Der Apfel faͤllt nicht weit