Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1855)
Entstehung
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mehr nach dem Vater, eine ſchmachtende Blondine mit waſſerblauen Augen, waͤhrend ihre bruͤnette Schwe⸗ ſter dunkles Haar und ſchwarze, feurige Augen zeigte. Die Maͤdchen waren wohlerzogen, ſprachen franzoͤſiſch, klimperten auf dem Fluͤgel und fertigten allerlei Sticke⸗ reien an, welche in Geſtalt von Sophakiſſen, Lampen⸗ tellern und Ofenſchirmen zur Parade aufgeſtellt waren. Der Unterſchied zwiſchen Beiden beſtand nur darin, daß Minchen ſich mehr um die Kuͤche und Wirthſchaft bekuͤmmerte, Linchen dagegen vorzugsweiſe eine aͤſthe⸗ tiſche Richtung verfolgte und den groͤßten Theil des Tages bis ſpaͤt in die Nacht hinein Romane las.

Georg mußte ſich auf einen Lehnſtuhl niederlaſſen und von ſeiner Reiſe erzaͤhlen. Linchen hoͤrte mit ſchwaͤrmeriſchen Blicken zu, Minchen dagegen unter⸗ ließ nicht von Zeit zu Zeit den verehrten Gaſt durch den Praͤſentirteller zu unterbrechen und ihn zu dem von ihrer eigenen Hand gebackenen Kuchen zu noͤthi— gen. Erſt als Georg das Geſpraͤch auf den eigent⸗ lichen Zweck ſeines Beſuches brachte und von Geſchaͤften zu reden anfing, entfernten ſich die jungen Damen, wobei Linchen ihm einen ſchmachtenden, Minchen da⸗ gegen einen feurigen Blick zuwarf.

— Ja, jal ſagte die wuͤrdige Wittwe mit muͤtter⸗ licher Zaͤrtlichkeit ihnen nachſehend. Da gehen die