Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

d 20

mußte Karl bei dieſer Gelegenheit Gruͤße von deſſen Mutter beſtellen und ſo war er wieder mit einem Schlage in jenen Zauberkreis verſetzt, dem er trotz aller Anſtrengung nicht mehr zu entfliehen ver⸗ mochte. Nach dem Abendbrod ſchuͤtzte er ſogleich eine na⸗

tuͤrliche Ermuͤdung vor und begab ſich in ſeine abge legene Wohnung. Ernſtinens Begleitung, die ihn noch heut gern geſprochen hätte, lehnte er unter dem⸗ ſelben Vorwande ab. Bald war er allein auf ſeinem Zimmer, wo er ſich ungeſtoͤrt ſeinen Gedanken uͤber⸗ laſſen durfte. Jetzt fielen ſeine Augen auf den noch unausgepackten Reiſekoffer. Er ſchloß denſelben auf und nahm ein Kleidungsſtuͤck nach dem andern behut⸗ ſam heraus. Dazwiſchen lagen kleine Reiſeerinnerun⸗ gen, Blumen und Steine, die er auf ſeinen Gebirgs⸗ wanderungen geſammelt, auch einige Geſchenke fuͤr Mutter und Schweſter, welche er am andern Morgen erſt uͤberreichen wollte. Ploͤtzlich faßte er einen groͤ⸗ ßeren Gegenſtand, von dem er nicht wußte, wie er unter ſeine Sachen gekommen ſein konnte. Er mußte ſich erſt beſinnen, ob er denſelben auch wirklich hinein⸗ gelegt. Bald erkannte er das ſorgfaͤltig eingeſchla⸗ gene Bild Adolphinens, das er dem Maler faſt mit Gewalt entriſſen hatte. Jetzt ſtand die letzte Scene,