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keit,„Ihr ſeht mich hier;— ich bin zum Sterben be⸗
-ſtimmt. In wenig Minuten wird dieſe lebende, ath⸗
mende Geſtalt gefühlloſer Thon ſein. Ich hoffe, Ihr werdet einige Worte von mir anhören, nur wenige. Wenn ich geſündigt habe—“
„Kommt, Herr Housman, wir können Euch nicht zuhören,“ unterbrach ihn Corniſh.
„Wohl, dann bin ich fertig, Herr,“ ſagte Van Huysman, gelaſſen.„Das Amt des Pflügers iſt ein anderes, als das des Schnitters. Ich hinterlaſſe meine Vergebung und meinen Segen für alle Menſchen, ſelbſt für Dich, Oates. Und nun bin ich fertig mit dem Leben, außer mit dem Abſchiede von Dir, mein Sohn— Lebe wohl, aber nicht auf immer!“
Er wandte ſich zu Mervyn, der bitterlich ſchluchzte. „Komm hieher, Kind,“ ſagte Van Huysman bewegt und fügte mit leiſer Stimme hinzu—„Du biſt in einen guten Dienſt getreten, in den eines Königs, der im Herzen katholiſch iſt. Eines Tages wird man Dei⸗ nes Schwertes bedürfen. Ich ſage Dir, halte es be⸗ reit in der Scheide! Ich möchte Dir gerne ein Geheim⸗ niß anvertrauen, aber dies iſt weder die Zeit noch der Ort dazu. Wiſſe nur, daß dieſe Kapſel das Bild⸗ niß Deiner Mutter enthält— eines Weibes, deren Falſchheit mein ganzes Daſein verbittert hat. Begrabe es mit mir.“
Van Huysman ſchob ihm ein kleines, goldenes Medaillon in die Hand, und legte dann mit gelaſſenem Muthe ſein Wämmschen und einige andere Stücke ſeiner Oberkleidung ab. Da dieſe entfernt waren, kam ein härenes Hemd zum Vorſchein, ſowie tief eingefurchte Spuren der Geißelung auf ſeinem Fleiſche. Ein Ge⸗ murmel der Ueberraſchung durchlief die ganze Verſamm⸗ lung. Ein ſchön geſchnitztes Kruzifix von Elfenbein war auf ſeine Bruſt gebunden, das er abriß und Mer⸗ vyn übergab. Er war nun auf den Grad entkleidet, den Bethels Mehſchlichkeit angegeben hatte.


