der Tragödie war ziemlich ſo beſchrieben, wie ſie ſich wirklich zutrug, nur daß die drei Angeklagten ſtatt der wirklichen Vollführer der gräulichen That unterſchoben waren.
„Nun, Herr, und was iſt Eure Meinung über dieß Document?“ fragte Chiffinch mit einiger Aengſt⸗ lichkeit.
„Wahrheit und Lüge ſind darin ſo vermengt, daß Oedipus verlegen würde, es zu enträthſeln,“ ſagte Mervyn.„Aber ich bin verſichert, dieſes Geſtändniß iſt mehr von Prances Feigheit als Schlechtigkeit er⸗ preßt worden, denn er iſt eher ein ſchwacher, als ein ſchlechter Mann. Das unſchuldige Blut, das auf ſein Geſtändniß hin vergoſſen werden ſoll, darf nicht fließen, wenn ich es verhindern kann. Ich will zu ihm, Mei⸗ ſter Chiffinch, ich bin gewiß, er wagt es nicht, in mei⸗ nir Gegenwart zu ſagen, daß dieſe Lügen wahr eien.“
„Es würde dem König ein großer Dienſt damit geſchehen,“ erwiederte der Page zögernd;„aber Ihr würdet mit dem Kopf gegen Eure neuen Gönner an⸗ rennen, und vielleicht mit dem Hals in eine Schlinge.
.„Ich bekümmre mich nichts darum; ich will Alles wagen,“ ſagte Mervyn mit Schaudern, da die Erin⸗ nerung an Godfrey's letzte Augenblicke vor ihn trat. „Wenn ich die Mörder nicht der Gerechtigkeit über⸗ liefern kann, ſo kann ich wenigſtens dieſe Männer verhindern, die Zahl ihrer Opfer zü vermehren. Wollt Ihr mit mir gehen, Chiffinch?“
„Nein, gewiß nicht; ich will mich nicht in Herrn Oates Sachen mengen,“ ſagte der Page mit Achſel⸗ zucken.„Wenn Ihr aber darauf ausgeht, Euer Glück zu verſuchen(und der Schutz des Königs wiegt den der Partei wohl auf, obgleich ſie einen augenblickli⸗ chen Triumph feiert), hier iſt der Strom und dort ein Kahn in Bereitſchaft.
Mervyn rief augenblicklich dem Boot zu und ru⸗


