237
zum Mittageſſen verderbt, ſo dächte ich, daß wir ge⸗ neigt wären, unſer Begnadigungsrecht gegen dieſen verwegenen und großherzigen Böſewicht auszuüben!“
„Wie, Sire!— ein Schurke, ſo beſudelt mit jeg⸗ lichem Verbrechen!“ ſchrie Oſſory— und während er ſprach ertönte eine ferne Glocke.„Ein Schurke, bekannt als der ſchwärzeſte der ganzen Hölle— während gerade jetzt— ja in dieſem Augenblick— ein edler Ehrenmann, aus Eures Bruders Höfhalt einen ſchmachvollen Tod erleidet, wegen einiger ſchlecht geſchmierter Briefe!“
„Bei meiner Treue, Coleman fährt ab!“ ſagte Karl.„Dort läutet ihm St⸗ Giles Glocke nach Tyburn hinaus. Friede ſei mit ſeiner Seele!“
„Gott gebe das, denn er iſt durch mörderiſchen Meineid zum Tode verurtheilt worden!“ rief Mervyn. Blood ſchaute ihn bedeutungsvoll an und Shaftesbury lächelte unruhig.
„Die Jeſuiten werden bald ihrem unglücklichen Zöglinge folgen,“ ſagte der König.
„Ich zweifle, daß ſie den Provinzial an den Gal⸗ gen bringen können,“ verſetzte Buckingham.„Ich hörte dieſen Morgen, daß er ſich weigert, auf die Anſchul⸗ digung überhaupt zu antworten, da es gegen das ca⸗ noniſche Geſetz ſei, daß ein Geiſtlicher vor einem welt⸗ lichen Gerichtshof einen Eid ablege— demnach fürchte ich, er muß unter der Preſſe ſterben.“
„Prances wahnſinnige Lügen haben das bewirkt— wir müſſen mit dem Strome ſchwimmen,“ ſagte Karl.
„Hat Prance eingeſtanden, mein Lehnsherr, hat er geſtanden?“ rief Mervyn, indem ihm die Thränen aus den Augen ſtürzten und er die Hände verzweif⸗ lungsvoll zuſammenſchlug.
„a, Knabe, Prance hat eingeſtanden,“ erwiederte Shaftesbury mit ſtrengem Ernſt.„Er hat die ein⸗ zelnen Umſtände des teufliſchen Mordes angegeben, wie er von den Jeſuiten in Sommerſethous verübt ward,


