Teil eines Werkes 
4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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lich, die Zeiten ſind von der Art, daß wir diejenigen, welche die Juwelen aus unſerer Krone mauſen, eigen⸗ händig für den Staatsdiebſtahl belohnen müſſen.— Nun, Oberſt, Ihr habt das für Euch ſelbſt gethan, was keinem Eurer Feinde mit Euch gelungen iſt, und ſo frech auch Eure vorigen Schurkenſtreiche geweſen ſind, dieſer letzte übertrifft ſie alle.“

„Wollet geruhen, Sire, ich bin zu nichts Halbem geboren, weder im Guten, noch im Böſen,“ erwiederte Blood mit entſchloſſener Gelaſſenheit.

„Nur Verbrechen von hohem Grade genügen der Größe ſeiner Seele,“ ſagte Rocheſter lächelnd.„Hättet Ihr die Krone geſtohlen, Blood, um ſie ſelbſt zu tra⸗ gen, Ihr würdet nun als ein Held daſtehen— aber blos die Zuwelen daraus zu ſtochern— pfui, pfui!“

„Meiner Treu', Mann, Du würdeſt gefunden ha⸗ ben, daß ſie ſchwerer zu tragen iſt, als eine Schellen⸗ kappe,“ ſagte Karl.„Aber was für eine beſchmutzte Dirne iſt dies hier, mit der Du Dich ohne Zweifel verſehen haſt, um die langweiligen Stunden zum Gal⸗ gen mit ihr zu theilen?“

„Ich möchte Ihro Majeſtät gerathen haben, die⸗ ſelbe nicht unter Ihre Hofdamen zu ſenden, damit ſie ſich nicht als ein wahrer Achylles im Weiberrock aus⸗ weiſe,“ bemerkte Rocheſter.„Bei unſerer lieben Frau! ich glaube, es iſt der junge Schelm, Ichabod, den wir — ich meine, es iſt ein Knabe in Frauenkleidern, wie Eures Vaters Theaterheldinnen.“

„Iſt es ſo, Burſche?“ ſagte Karl ſcharf.

„Stellt Lord Rocheſter's Erperiment mit ihm an, ſo können Eure Majeſtät entſcheiden,“ rief die muntere Miſtreß Gwyn nit einem Wink der Augen, der den König und den ganzen Hof zum Lachen brachte.

Mervyn faltete ſeine Arme und Thränen ſtrömten ohne Rückhalt über ſeine beſchmutzten Wangen. 3

„Ach, der arme Junge iſt verwundet!“ ſagte Mi⸗