Teil eines Werkes 
4. Band (1852) Feine Welt : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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Morgen ſchon erſchien der Fürſt, welcher im Na⸗ men des Barons Erklärung und Genugthuung forderte.

Ich bin Ihnen und der Geſellſchaft aller⸗ dings Rechenſchaft ſchuldig, ſagte der junge Mann, indem er den Sekundanten ſeines Gegners einlud, Platz zu nehmen.

Ich erwartete nicht weniger von Ihnen, erwiederte der Fürſt mit größerem Ernſte als gewöhnlich.

So hören Sie mich ruhig an. Ich will Ihnen die Fortſetzung der Geſchichte geben, die der Baron Ihnen geſtern erzählte, und Thatſachen mit⸗ theilen, welche dieſer mit dichteriſcher Freiheit wohl⸗ weislich verſchwiegen hat. Der betrogene Graf war keineswegs vollkommen von der Unſchuld ſei⸗ ner treuloſen Gemahlin überzeugt. In ſeinem edlen Herzen, denn er war vom Scheitel bis zur Zehe ein Ehrenmann, nagte fortwährend der Verdacht und verbitterte ſein Leben. Dazu kam, daß er Va⸗ ter geworden war und die rechtmäßige Geburt ſei⸗ nes Sohnes zu bezweifeln anfing. Ein Ereigniß, welches ſonſt die größte Freude zu verbreiten pflegt,

war hier der Quell unſäglicher Leiden. Der Graf Ring, Stadtgeſchichten. V. 2