Teil eines Werkes 
3. Band (1852) An der Börse : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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an einige Makler, welche ſich an ihn drängten und ihm ihre Dienſte voll Ergebenheit antrugen. Auf ſeinen Wink flogen die Geſchäftigen bald hier bald dort und brachten die von ihm gewünſchten Papiere herbei.

Die Stimmung an der Börſe war heut eine überaus günſtige, kein Wölkchen trübte den poli⸗ tiſchen Horizont und Herr Werth, welcher à la hausse ſpekulirte machte ſo bedeutende Einkäufe, daß man allgemein davon ſprach. Sein Beiſpiel fand ſo viele Nachahmer, daß die Kourſe überraſchend in die Höhe gingen. Durch ſeine Ankunft hatten die Effekten einen neuen Aufſchwung erhalten. Er gab im eigentlichſten Sinne den Ausſchlag und das freute ihn, denn Herr Werth war ſtolz und ſah ſich gern als den König der hieſtgen Börſe an.

Seine Neider, und deren hat am Ende Jeder⸗ mann, behaupteten zwar, daß er dieſe hohe Stellung nur auf Koſten ſeiner Solidität behauptete, daß ſeine Geſchäfte bei Weitem die ihm zu Gebote ſte⸗ henden Fonds überſtiegen, daß ſein Vater, der in dem Rufe eines reichen Mannes ſtand, keineswegs eine halbe Million, wie man allgemein glaubte, hinterlaſſen, ſondern höchſtens hundert und fünfzig