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merkte der aufmerkſame Beobachter bald, daß dieſer nur angenommen war und weder zu dem lebhaften Charakter, noch zu den eingewurzelten Gewohnhei⸗ 4 ten paſſen wollte. Herr Werth, ſo hieß der all⸗ f gemein gekannte und geachtete Bankier, hatte einige 1 Jahre in London auf dem Komptoir eines der größ⸗ ten Häuſer der City gearbeitet und daher rührte ſeine Vorliebe für Altenglands Sitten und Ge⸗ bräuche. Der kalte, ſtolze Ton, den er ebenfalls 15 von London mitgebracht, hatte ihm ſchon manchen 1
3 Feind erweckt, und ſeine Gegner und Neider ſpot⸗ teten im Geheimen über ſeine Anglomanie. Oef⸗ fentlich freilich beugten ſie ſich bis zur Erde vor dem reichen Mann, dem ſein Vater, wie man ſagte, ein Vermögen von faſt einer halben Million hin⸗ terlaſſen hatte.
So geſchah es auch in dieſem Augenblick. Kaum hatte Herr Werth ſeinen Wagen verlaſſen und den Vorhof der Börſe überſchritten, als er ſich von einem Schwarm von ſogenannten Freunden und Bekannten umringt ſah. Jeder beeilte ſich, ihm die Hand zu ſchütteln und ſich angelegentlich nach ſeinem Wohlſein zu erkundigen. Seine Antwort lautete meiſt kurz und ſtolz. Dann wandte er ſich
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