Teil eines Werkes 
2. Band (1852) Die Chambregarnisten : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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rötheten Wangen und den kleinen blinzelnden Augen lag die bornirte Pfiffigkeit, welche von der Ueber⸗ vortheilung junger unerfahrner Leute bisher gelebt. Dieſer Grundton ſeines Weſens wurde von einer gleißneriſchen Freundlichkeit bedeckt, die das arme Opfer um ſo ſicherer zu machen ſuchte. Wie eine dicke Kreuzſpinne ſaß Herr Mullrich und harrte der unbeſonnenen Fliegen, die ſich in ſeinem Netze fin⸗ gen. So lange die Miethe pünktlich einging und ſeine Bedrückung auf keinen Widerſtand ſtieß, war er der liebenswürdigſte und nachſichtigſte Mann, der auch fünfe gerade ſein ließ und keine allzugro⸗ ßen Anſprüche an die Moralität ſeiner Miether machte. Wehe aber den Säumigen! Dieſen Un⸗ glücklichen gegenüber entwickelte er eine koloſſale Grobheit, die ganze Brutalität des vollendeten Weiß⸗ bierphiliſters.

Seit nahe an zwanzig Jahren betrieb Herr Mullrich dies Geſchäft im großen Maßſtabe. Da er eine ganze Etage zu dieſem Zwecke benutzte, ſo hatte er ſtets Gelegenheit gehabt, tiefe Studien über die Eigenthümlichkeit und das Weſen der Cham⸗ bregarniſten zu machen. Ein Blick genügte ihm, um die Vermögensverhältniſſe eines Miethers zu