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ließ ſich äußerſt tiefſinnig über Subjektivität und Objektivität, über Idealismus und Idendität ver⸗ nehmen, ſo daß man einen Profeſſor der Philoſo⸗ phie zu hören glaubte. Auch die Politik ſchien ihm durchaus nicht fern zu ſtehen und er entwickelte eine genaue Kenntniß der Zeitfragen und der Stel⸗ lung aller Partheien, zu denen er wohl geheime Beziehungen haben mochte, weil er ſonſt nicht ſo genau unterrichtet ſein konnte. Wurde ihm ein Einwand von irgend einer Seite her gemacht, ſo widerlegte er denſelben mit den ſchlagendſten Grün⸗ den und verrieth dabei eine Fülle von geſchichtli⸗ chen und ſtatiſtiſchen Notizen, vor deren Gewicht jeder Gegner alſogleich verſtummen mußte. Der junge Mann war entſchieden ein bedeutender Po⸗ litiker. 1
Je länger aber Gottlieb voll Bewunderung
dieſem Redner zuhörte, deſto bekannter ſchien er
ihm zu ſein. Anfangs traute er ſeinen eigenen Ohren und Augen nicht, doch bald mußte er die Ueberzeugung gewinnen, daß der junge Herr ein Landsmann und Schulfreund von ihm war. Dieſe Entdeckung erfüllte ihn zugleich mit Freude und Verlegenheit. Vor ſo vielen Menſchen wagte er


