Teil eines Werkes 
1. Band (1852) Christkind-Agnes : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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Sie ſprach nicht, nur ihr Herz blutete, und ihre klaren Augen füllten ſich mit Thränen.

Vater Hintze, der ſie früher niemals weinen ſah, ohne ihr in allen Stücken alſo gleich den Willen zu thun, blieb diesmal unerweicht und ſtand in ſeinem einmal gefaßten Entſchluſſe wie eine Eiche feſt.

So war auch hier in die glückliche Keller⸗ wohnung Leid und Zwietracht eingekehrt.

XXYII.

Unterdeß lebte Agnes ſtill bei der Mutter. Dieſe hatte in der letzten Zeit noch eine gewaltige Erſchütterung erfahren müſſen, von welcher auch die Tochter tief ergriffen wurde. Der blinde Har⸗ fenmann war bald im Keller ein täglicher Gaſt geworden, und es war Frau Neumann ganz eigen zu Muthe, wenn ſie den Klang ſeiner Stimme hörte, oder das erbleichte Angeſicht ſah, aus wel⸗ chem die glanzloſen Augen, um Mitleid flehend, ihr entgegenſtarrten. Auf ſeine Bitten hatte ſie ihm den älteſten Knaben als Führer überlaſſen,