Teil eines Werkes 
1. Band (1852) Christkind-Agnes : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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nete nichts, ſondern ſprach der Mutter gegenübrr offen ſeine Liebe aus.

Dieſe oder Keine wird mein Weib, da⸗ mit ſchloß er das ernſte Zwiegeſpräch, und der einzige Vortheil, den die Alte erlangen konnte, war das Verſprechen, ohne ihr Wiſſen keinen übereilten

4 Shritt zu thun. Wer aber nicht ſchwieg, das waren die böſen

Zungen in der Nachbarſchaft. Beſonders hatte Roſa, welche noch immer für den jungen Mann ſich intereſſirte, durch Vermittelung der Schuſter⸗ frau im dritten Stock, eine Geſchichte erfahren, welche ſie keinen Augenblick bei ſich behalten wollte. Das war zu viel für ihre Moralilät und Jung⸗ fräulichkeit. Die freche Perſon, mit dieſem Aus⸗ druck pflegte ſie ſtets die liebe Agnes zu bezeichnen, hatte den braven Sohn den Eltern⸗ abwendig ge⸗ macht und durch Liſt und Zauberei beſtrickt. Das konnte die tugendhafte Wirthſchafterin keinen Mo⸗ ment länger ruhig mit anſehn. Sie hielt es für ihre Pflicht, Vater Hintze von allem zu unter⸗ richten und ſetzte dabei noch⸗ manches Hiſtörchen von ihrer eigenen Erfindung hinzu. Ja, ihr Eifer, den jungen Mann zu retten, ging ſo weit,