Teil eines Werkes 
1. Band (1852) Christkind-Agnes : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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dieſen neuen Beweis ſeiner Treue an, und betrach⸗ tete wohl hundert Mal im Tage den kleinen roſigen Finger, an dem ſie gleichſam das Verſprechen ſei⸗ ner Liebe trug. Nun war es ihr zu Muthe, als wäre der Geliebte immer zugegen, er mochte da⸗ ſein, oder nicht. Im Anfange kümmerte ſich Vater Hintze we⸗ 1 nig um das Treiben ſeines Sohnes. Er ließ 5 8 ſeinen Weg gehn, und beobachtete ihn nicht auf Schritt und Tritt. Nachdem er einmal ſeinen feſten und unerſchütterlichen Willen erklärt hatte, bedurfte es nach ſeiner Meinung keines Wortes weiter. Ueber Mangel an Gehorſam von Seiten Karl's hatte er früher niemals Grund zur Klage gehabt. Auch diesmal gab er ſich der Hoffnung hin, daß ſein einmal ausgeſprochener Befehl befolgt werden würde. Das Gegentheil ſchien ihm ganz unglaublich und undenkbar. Die Mutter wußte wohl beſſer, wie die Sache ſtand, und warum der Sohn jetzt jeden Abend um eine ganze Stunde ſpäter heimkehrte, gals er ſonſt gewohnt war, aber die gute Alte hütete 6g, ihre Muthmaßungen dem Vater Hintze mitzu⸗ theilen. Sie ſchwieg um des Friedens willen. Nur den Sohn nahm ſie einmal in's Gebet. Er leug⸗