Teil eines Werkes 
1. Band (1852) Christkind-Agnes : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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geweſen wäre. Jetzt aber freute er ſich faſt, daß er mit Recht an Agnes eine ſolche Ausſtellung zu machen fand, und unter dem Vorwand der Beſcholtenheit, die Hand des armen Mädchens ſeinem Sohne verweigern durfte. Es giebt einmal auf dieſer ſüͤndigen Welt keinen vollkommenen Men⸗ ſchen, und Vater Hintze wollte auch kein ſol⸗ cher ſein.

Unterdeß lebte Agnes bei den Ihrigen, wo ſte Karl täglich beſuchte. Er hatte ihr all' dieſe Vorgänge mit zarter Schonung verſchweigen wollen, aber ihr weiblicher Scharfſinn errieth dennoch das Meiſte davon. Zuerſt mußte ſie erfahren, daß ſie ihre Stelle eingebüßt. Frau Hintze hatte zwar vorläufig kein neues Dienſtmädchen angenommen, doch verrichtete nun eine ſogenannte Scheuer⸗ frau, welche im Hauſe aus und einging, das Nöthige. Aber Agnes wurde auch nicht aufgefor⸗ dert, in ihre früheren Verhältniſſe zurückzukehren. Sie erhielt durch die Hand derſelben Frau ihren vollen Lohn ausgezahlt, trotzdem das Quartal noch nicht zu Ende war, und die Weiſung, daß man ihrer Dienſte länger nicht benöthigt ſei. Agnes klagte und murrte nicht. Sie ertrug ihr Schickſal 17*