mehr auf der Welt ſein, wenn ſie dich nicht frei laſſen ſollten.— 3
So plauderte Rieke unter Lachen und Wei⸗ nen und ſuchte durch ihre einfache Unterhaltung die Traurigkeit der Gefangenen zu verſcheuchen. Freilich gelang ihr das nicht. Ehe ſie aber ging, zog ſie noch einen großen Kuchen hervor, den ſie unterwegs gekauft hatte, um ihn Agnes mitzubrin⸗ gen. Der Aufſeher widerſetzte ſich dieſem Geſchenke, das gegen die Gefängnißordnung war. Da hätte man ſehen ſollen, wie zornig die gute Seele wer⸗ den konnte.
— J, ſehen Sie einmal!— ſagte ſie— wer ſind wir denn? Der Herr Kriminal, ja das laſſe ich mir gefallen, das iſt ein artiger Mann, der Raiſon annimmt, aber Sie? Na, laſſen Sie's gut ſein, das nächſte Mal bring' ich einen noch größern Kuchen mit, und dann ſoll das arme Schaaf eſſen, Ihnen grade zum Trotze.— 4
In der That hielt Rieke Wort. Sie er⸗ wirkte ſich von dem Richter die Erlaubniß, ab und zu für Agnes Lebensmittel mitbringen zu dürfen, was um ſo leichter geſtattet wurde, da die Gefangene ſich nur in Unterſuchungshaft befand


