Teil eines Werkes 
1. Band (1852) Christkind-Agnes : eine Stadtgeschichte / von Max Ring
Entstehung
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ihm nicht ganz. Dieſer ſchien, obgleich der Dieb⸗ ſtahl ihm nicht verſchwiegen bleiben konnte, da er in demſelben Hauſe wohnte, durchaus keinen Ver⸗ dacht gegen Fritz zu ſchöpfen. Dennoch war ſeinem feinen Sinne nichts entgangen. Er hatte mit der ihm eigenen Schärfe des Gehörs ſein nächtiges Kommen gehört, ihn belauſcht, wenn der Hab⸗ gierige ſich ſelbſt in Gegenwart des Blinden nicht enthalten konnte, ſeinen Raub immer wieder von Neuem zu betrachten und zu zählen. Das feine Kniſtern und Rauſchen der werthvollen Papiere hatten ihm den wahren Dieb verrathen. Daß Fritz der eigentliche Thäter war, unterlag bei ihm keinem Zweifel mehr. Der Blinde liebte überdies das arme Mädchen, welches nach ſeiner Ueberzeugung ganz unſchuldig im Kerker ſaß. Trotz dieſer Ge⸗ wißheit vermochte er Agnes nicht ſogleich zu be⸗ freien. Es mußte vor Gericht mit unumſtößlichen Beweiſen auftreten. Woher ſich dieſe verſchaffen, da ihn Fritz vom frühen Morgen bis zum ſpäten Abend nicht aus den Augen ließ und von ſeiner Seite wich? Seitdem das Geld im Keller lag, ge⸗ brauchte der ſchlaue Burſch ſelbſt die Vorſicht, ſtets

das Loch feſt zuzuſchließen und den Schlüſſel mit⸗